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19. März – 12. November 2025

fsk Kino, Berlin

Segitzdamm 2, 10969 Berlin

Berliner Premiere

Die seit zehn Jahren in loser Folge im Arsenal am Potsdamer Platz präsentierten Dokumentarfilmpremieren werden im Rahmen von Arsenal on Location im und mit dem fsk Kino am Oranienplatz weitergeführt – eine naheliegende Kooperation, weil auch dort das zeitgenössische Dokumentarfilmschaffen einen festen Platz im Programm hat. Die Reihe wird am 12. November mit ZWISCHEN UNS GOTT (Österreich 2024) von Rebecca Hirneise fortgesetzt.
In einer schwäbischen Kleinstadt sitzt eine Gesprächsgruppe im Stuhlkreis, die von Rebecca Hirneise für ihren Debütfilm initiiert wurde: Es handelt sich um ihre Mutter, Onkel und Tanten. Nach Jahren der Funkstille und der bewussten Distanzierung möchte sie, die Ungläubige, in einer Doppelrolle als Filmemacherin und Familienmitglied mit ihrer (bis auf die Mutter) frommen Verwandtschaft über deren jeweilige Auslegung des christlichen Glaubens reden. Die ruhige Beobachtung nicht spannungsfreier Gesprächskonstellationen, ergänzt mit Hirneises Tagebuchnotizen aus dem Off und Super-8-Filmmaterial des Großvaters, gibt Einblick in eine Welt, die Gott, Konflikte und Verletzungen, aber keine Zweifel kennt. (Birgit Kohler)
Im Anschluss an die Filmvorführung findet einen Diskussion mit der Regisseurin Rebecca Hirneise statt, moderiert von Birgit Kohler (Arsenal).

The documentary film premieres that have been presented in succession over the past ten years at the Arsenal at Potsdamer Platz will now continue as part of Arsenal on Location in and with the fsk cinema at Oranienplatz – an obvious collaboration, as contemporary documentary filmmaking also holds a regular place in the program there. The series continues on 12 November with ZWISCHEN UNS GOTT (God Between Us, Austria 2024) by Rebecca Hirneise.
In a small town in Southern Germany, a discussion group sits in a circle of chairs, initiated by Rebecca Hirneise for her debut film: it consists of her mother, uncle and aunts. After years of silence and deliberate distancing, she, the non-believer, wants to talk to her devout relatives (except for her mother) about their respective interpretations of the Christian faith in her dual role as filmmaker and family member. The calm observation of tense conversation constellations, supplemented by Hirneise's diary notes from off-screen and Super 8 film footage of her grandfather, provides insight into a world that knows God, conflicts and hurt, but no doubts. (Birgit Kohler)
The film screening will be followed by a discussion with director Rebecca Hirneise, moderated by Birgit Kohler (Arsenal).

Mi, 12.11., 20 Uhr, anschließend Diskussion mit Rebecca Hirneise, Moderation: Birgit Kohler
ZWISCHEN UNS GOTT • Rebecca Hirneise • AT 2024 • OmeU 90'

Do, 4.9., 20 Uhr, anschließend Diskussion mit Carmen Trocker, Moderation: Birgit Kohler
PERSONALE • Carmen Trocker • ITA/AT 2024 • ital./russ./fr./rum./Bambara OmeU 93'

Mi, 2.7., 20 Uhr, anschließend Diskussion mit Nicole Vögele
LANDSCHAFT UND WAHN • Nicole Vögele • CH 2024 • bos./kurd./Dari/Farsi OmeU 138'

Mo, 5.5., 20 Uhr, anschließend Diskussion mit Julia Groteclaes, Moderation: Birgit Kohler
HINTER DEN FARBEN • Julia Grotecalaes • D 2024 • dt. OF 61'

Mi, 19.3., 20 Uhr, anschließend Diskussion mit Ulrike Pfeiffer, Moderation: Birgit Kohler
DIE FABELHAFTE WELT DES DR. CADÉOT • Ulrike Pfeiffer • D 2024 • fr. OmdU 86'

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ZWISCHEN UNS GOTT • Rebecca Hirneise • AT 2024

ZWISCHEN UNS GOTT • Rebecca Hirneise • AT 2024

PERSONALE • Carmen Trocker • ITA/AT 2024

PERSONALE • Carmen Trocker • ITA/AT 2024

LANDSCHAFT UND WAHN • Nicole Vögele • CH 2024

LANDSCHAFT UND WAHN • Nicole Vögele • CH 2024

HINTER DEN FARBEN • Julia Grotecalaes • D 2024

REVIEW (ZWISCHEN UNS GOTT)

Das Arsenal beschäftigt sich immer wieder mit der Frage: Was kann Kino? Der Abend im fsk Kino, an dem Rebecca Hirneises Dokumentarfilm ZWISCHEN UNS GOTT seine Berliner Premiere feierte, hat einmal mehr eindrücklich gezeigt, was Kino kann: Eine Stunde dauerte die von Birgit Kohler moderierte Diskussion nach dem Film, an deren Ende immer noch nicht alle Fragen geklärt waren, so dass der Austausch im Foyer und vor dem Kino weiterging. Neben großen politischen und gesellschaftlichen Fragen, die diskutiert wurden, bedeutete der Film für manche Zuschauer*innen auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen familiären Geschichte und deren religiösem Hintergrund. Dass ZWISCHEN UNS GOTT auch als Familienporträt funktioniert, das Bruchstellen und Machtasymmetrien offenlegt, machten weitere Beiträge deutlich. Gleichzeitig führt der Film all diejenigen, die anders als die Filmemacherin nicht in einem religiösen Kontext aufgewachsen sind, in eine Welt, in der vieles befremdet, manches lächerlich wirkt, anderes auch gefährlich, etwa wenn ein Onkel Hirneises erzählt, dass depressive Menschen von Dämonen infiziert seien, die es auszutreiben gelte. Es sind dies Momente, in denen man als Zuschauer*in am Liebsten die Ohren zuhalten möchte, um nicht mehr zuhören zu müssen. Dass Hirneise den Schleier vor dieser Welt lüftet, in der sich vieles hinter hohen Hecken und verschlossenen Türen abspielt, ist ein Verdienst.
Kino schafft Diskursräume. Kino schafft Resonanzräume. Kino schafft Raum für Begegnungen – mit anderen und mit sich selbst. An diesem Abend war alles da. (Tim Mahnken)

The Arsenal repeatedly addresses the question: What is cinema capable of? The evening at the fsk cinema, where Rebecca Hirneise's documentary ZWISCHEN UNS GOTT celebrated its Berlin premiere, once again impressively demonstrated what cinema can be capable of: the discussion after the film, moderated by Birgit Kohler, lasted an hour, and even then not all questions had been answered, so the exchange continued in the foyer and outside the cinema. In addition to the major political and social issues that were discussed, for some viewers the film also meant confronting their own family history and its religious background. Further contributions made it clear that ZWISCHEN UNS GOTT also functions as a family portrait that reveals fractures and power asymmetries. At the same time, for those who, unlike the filmmaker, did not grow up in a religious context, the film introduces a world in which much seems strange, some things ridiculous, and others dangerous, such as when Hirneise's uncle says that depressed people are infected by demons that must be exorcised. These are moments when, as a viewer, you want to cover your ears so you don't have to listen anymore. Hirneise deserves credit for lifting the veil on this world, where much takes place behind high hedges and closed doors.
What is cinema capable of? Well, it creates spaces for discourse. Cinema creates spaces for resonance. Cinema creates space for encounters—with others and with oneself. On this evening, it was all there. (Tim Mahnken)

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Regisseurin Rebecca Hirneise mit Co-Autor Philipp Diettrich im fsk Kino (Foto: Tim Mahnken)

Birgit Kohler (rechts) im Gespräch mit Rebecca Hirneise und Philipp Diettrich (Foto: Tim Mahnken)

Birgit Kohler (rechts) im Gespräch mit Rebecca Hirneise und Philipp Diettrich (Foto: Tim Mahnken)

REVIEW (DIE FABELHAFTE WELT DES DR. CADÉOT)

Vor ausverkauftem Saal hat Ulrike Pfeiffer zusammen mit Robert Falckenberg (Kamera) im fsk Kino ihren Film DIE FABELHAFTE WELT DES DR. CADÉOT (D 2024) präsentiert. Im Anschluss an die Vorführung gab es ein lebhaftes Gespräch mit dem Publikum, das von unserer Kollgin Birgit Kohler moderiert wurde. Aus einer Zufallsbekanntschaft im Urlaub entstand ein filmisches Portrait über einen außergewöhnlichen Menschen: Dr. Cadéot ist Tierarzt in der Gascogne, einer der einsamsten Gegenden Frankreichs, und mittlerweile 97 Jahre alt. Er kennt die Tiere und weiß, wie er mit ihnen sprechen kann. Er kommt immer, wenn er gebraucht wird, Tag und Nacht. In der Gascogne ist Dr. Cadéot berühmt.

In front of a sold-out audience, Ulrike Pfeiffer, together with Robert Falckenberg (cinematographer), premiered her film THE FABULOUS WORLD OF DR. CADÉOT (GER 2024) at the fsk Kino. Following the screening, a lively discussion took place with the audience, moderated by our collegue Birgit Kohler. What began as a chance encounter on vacation evolved into a cinematic portrait of an extraordinary person: Dr. Cadéot is a veterinarian in Gascogne, one of the most remote regions of France, and he is now 97 years old. He knows the animals intimately and understands how to communicate with them. He is always there when needed, day and night. In Gascogne, Dr. Cadéot is a well-known figure.

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Ulrike Pfeiffer, Robert Falckenberg

Birgit Kohler, Ulrike Pfeiffer, Robert Falckenberg

fsk Kino, Berlin

Segitzdamm 2, 10969 Berlin

1988 verwirklichten sechs Leute aus unterschiedlichen Filminitiativen gemeinsam ihren Traum, ein eigenes „richtiges“ Kino mit täglichem Betrieb zu gründen, um die Lücken im Filmangebot der Stadt zu schließen: Formal innovative, thematisch-politisch und gesellschaftlich relevante Filme wurden, wenn möglich in der Originalversion mit Untertiteln, nicht in Einzelvorstellungen, sondern wie reguläre Filmstarts angeboten. Daneben sollten vergessene, wichtige oder einzigartige Werke wiederaufgeführt und kontextualisiert werden. Viele spannende thematische Filmreihen sind so entstanden, Dokumentarfilme entwickelten sich zu einem Schwerpunkt. In der mitbetriebenen Gaststätte konnte nach dem Film über das Gesehene diskutiert werden. Auch Skurriles findet sich im Programm und erfreut das Szenepublikum des fsk – die Abkürzung steht übrigens für Flugzeugsesselkino, die erste Bestuhlung des Kinos in der Wiener Straße in Kreuzberg stammte aus ausgemusterten Lufthansa-Maschinen. Von Beginn an wurde viel mit dem Verleih der Freunde der Deutschen Kinemathek (heute arsenal distribution) sowie mit Filmarchiven wie dem Defa-Archiv zusammengearbeitet.
1994 zog das fsk-Kino um. Das kleine Kino mit Bar wurde Geschichte und es entstanden zwei größere Säle in einem Neubau am Oranienplatz. 1997 vergrößerte sich die Firma mit einem eigenen Filmverleih, der programmatisch „Peripher“ genannt wurde.
Begleitet wird das anspruchsvolle und manchmal auch herausfordernde Kinoprogramm von Filmgesprächen mit den Filmemacher*innen, mit Lesungen oder Musik. Zunehmend gibt es Kooperationen mit Filmgruppen, politisch-sozialen Organisationen oder Initiativen sowie wenigen ausgewählten Filmfestivals, wie FilmPolska, Achtung Berlin! und Afrikamera. Selbstverständlich erscheint alle vier Wochen das gern gelesene hauseigene Programmheft. (Barbara Suhren)

In 1988, six people from different film initiatives came together to realize their dream of founding their own “real” cinema with daily screenings in order to fill the gaps in the city's film offerings: Formally innovative, thematically political and socially relevant films were offered, if possible in the original version with subtitles, not in individual screenings but like regular movie releases. In addition, forgotten, important or unique works are to be shown again and contextualized. This has led to the creation of many exciting themed film series and a strong focus on documentaries. In the accompanying bar, people could discuss the films they have seen. Sometimes the program also includes bizarre films that delight the fsk's trendy audience. Incidentally, the abbreviation fsk stands for Flugzeugzeugsesselkino (airplane seat cinema), as the first seats in the cinema in Wiener Straße in Kreuzberg came from decommissioned Lufthansa aircraft. From the very beginning, the cinema worked closely with the distribution service of the Freunde der Deutschen Kinemathek (now arsenal distribution) and film archives such as the Defa-Archiv.
The fsk-Kino moved in 1994. The small cinema with its associated bar became history and two larger cinemas were constructed in a new building on Oranienplatz. In 1997, the fsk expanded with its own film distribution company, which was given the programmatic name “Peripher”.
The ambitious and sometimes challenging cinema program is accompanied by film discussions with the filmmakers, readings or music performances. Increasingly, there are collaborations with film groups, political and social organizations or initiatives as well as a few selected film festivals, such as FilmPolska, Achtung Berlin! and Afrikamera. And still, the popular in-house program is published every four weeks. (Barbara Suhren)

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