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12.–28. September 2025

Kino Krokodil & Collegium Hungaricum, Berlin

Greifenhagener Str. 32, 10437 Berlin

Dorotheenstraße 12, 10117 Berlin

Wie lange lebt ein Mensch? – Filme von Judit Elek

Judit Elek (*1937) ist eine zentrale Figur sowohl des ungarischen Dokumentarfilms wie auch des Spielfilmschaffens ihres Landes. Nach dem Studium an der Filmhochschule Budapest, das sie 1956 aufnahm, kurz vor dem ungarischen Volksaufstand, entstanden ihre ersten kurzen Filme im von ihr mitbegründeten Béla Balázs Studio – damals ein Ort der Experimentierfreude. Ihr Leben wie ihre Filme sind eng verknüpft mit den geschichtlichen Ereignissen des 20. Jahrhunderts. Sie drehte sowohl Spielfilme, die in der Tradition des cinéma verité stehen und intime biografische Porträts sind, wie auch Dokumentarfilme über benachteiligte Menschen. 1969 wurde sie mit einem inoffiziellen Berufsverbot belegt und konnte acht Jahre lang keine Spielfilme drehen. Ab den 1990er Jahren, als größere künstlerische Freiheiten möglich waren, findet ihre jüdische Herkunft in dokumentarischer sowie fiktiver Form Eingang in ihr Werk.

Judit Elek (born 1937) is a central figure in both Hungarian documentary and narrative cinema. After studying at the Budapest Film School, which she entered in 1956, just before the Hungarian uprising, her early short films emerged from the Béla Balázs Studio, which she helped found— at that time a place of experimentation. Her life and her films are closely tied to the historical events of the 20th century. She has directed both feature films that adhere to the cinéma vérité tradition and intimate biographical portraits, as well as documentaries about marginalized people. In 1969 she was subjected to an informal professional ban, preventing her from making feature films for eight years. From the 1990s onward, when greater artistic freedom became possible, her Jewish heritage began to permeate her work in both documentary and fictional forms.

Mi, 24.9., 19:30 Uhr, Einführung: Jörg Taszman, mit voraufgezeichnetem Videointerview mit Judit Elek (Kino Krokodil)
TUTAJOSOK Memories of a River • HUN/F 1989 • ungar. OmeU 139'

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ISTENMEZEJÉN, 1972-73-BAN Istenmezeje, ein ungarisches Dorf 1972-73 • HUN 1974

EGYSZERÜ TÖRTÉNET Einfache Geschichte • HUN 1975

MEDDIG ÉL AZ EMBER How Long Does a Man Live • HUN 1967

SZIGET A SZÁRAZFÖLDÖN Lady from Constantinople • HUN 1969

SZIGET A SZÁRAZFÖLDÖN Lady from Constantinople • HUN 1969

TUTAJOSOK Memories of a River • HUN/F 1989

MONDANI A MONDHATATLANT – ELIE WIESEL ÜZENETE To Speak the Unspeakable – The Message of Elie Wiese • HUN/F/USA 1996

REVIEW

Arsenal on Location verbindet Räume, Zeiten und Menschen – am Freitag, 12. September gab es parallel Veranstaltungen in Wien (Thomas Arslan), Nürnberg (Satyajit Ray) und in Berlin. Hier wurde im kleinen und feinen Kino Krodkodil von Gabriel Hageni (Kino Krokodil), Annette Lingg (Arsenal) und Barbara Wurm (Berlinale Forum) in die Judit-Elek-Reihe eingeführt. Judit Elek wisse um die Reihe und sei in Budapest in Gedanken dabei, hob Barbara Wurm in ihrer Einführung hervor.
Elek verbindet in ihren Filmen ebenfalls Zeiten, Räume und Menschen, etwa wenn sie wie in MEDDIG ÉL AZ EMBER (How Long Does a Man Live) einerseits eine Figur am Ende ihres Arbeitslebens inszeniert und eine andere am Beginn. Gleichzeitig stellt sie damit auch die Frage nach der sozialen Bedeutung von Arbeit jenseits von ökonomischen Aspekten. Es war ein Auftakt, der dem Publikum im gut gefüllten Saal Lust auf mehr Filme dieser ungarischen Regisseurin gemacht hat. (Tim Mahnken)

Arsenal on Location connects spaces, times, and people—on Friday, September 12, parallel events took place in Vienna (Thomas Arslan), Nuremberg (Satyajit Ray), and Berlin. Here, Gabriel Hageni (Kino Krokodil), Annette Lingg (Arsenal), and Barbara Wurm (Berlinale Forum) introduced the Judit Elek series in the small and exquisite Kino Krodkodil cinema. Judit Elek while being in Budapest is joining us in her thoughts, Barbara Wurm emphasized in her introduction.
Elek herself also connects times, spaces, and people in her films, for example when, as in MEDDIG ÉL AZ EMBER (How Long Does a Man Live), she depicts one character at the end of their working life and another at the beginning. At the same time, she also raises the question of the social significance of work beyond economic aspects. It was a start that left the audience in the well-filled hall eager to see more films by this Hungarian director. (Tim Mahnken)

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Gabriel Hageni (Kino Krodkodil) begrüßt das Publikum zur Judit-Elek-Reihe © Tim Mahnken

Annette Lingg, Kuratorin der Judit-Elek-Reihe begrüßt das Publikum im Kino Krokodil © Tim Mahnken

Barbara Wurm (Berlinale Forum) führt in die Judit-Elek-Reihe ein © Tim Mahnken

Barbara Wurm (Berlinale Forum) führt in die Judit-Elek-Reihe ein © Tim Mahnken

Film ab: Auftakt zur Judit-Elek-Reihe im Kino Krokodil © Tim Mahnken

Austausch nach dem Film: Auftakt in die Judit-Elek-Reihe © Tim Mahnken

Kino Krokodil & Collegium Hungaricum, Berlin

Greifenhagener Str. 32, 10437 Berlin

Dorotheenstraße 12, 10117 Berlin

Ursprünglich hieß unser Kino, das bereits 1912 in einem Wohnhaus errichtet wurde, Lichtspieltheater NORD. Vielleicht hätten wir es bei der Übernahme vor 21 Jahren einfach OST genannt, wenn nicht ein Krokodil dazwischengekommen wäre. Seine präparierten Überreste (vom brasilianischen Künstler Alex Flemming in dunklem Blau gefasst) werden seitdem unter der Decke des Foyers ausgestellt. Unser vereinsbetriebenes Haus wird von einem breiten Freundeskreis getragen und inspiriert.
Wir spielen überwiegend Filme aus Mittel- und Osteuropa. Auf die Frage, wo der Osten beginnt, geben nicht nur unsere östlich der Elbe geborenen Gäste, sondern auch die von uns gespielten Filme unterschiedliche Antworten. Die jenseits des aktuellen Krieges oft übersehen Landschaften und heterogenen Lebenswelten sind für unser Programm Ausgangspunkt, um von da Fremdes und Vertrautes, uns und die Welt zu entdecken.
Das Kino betrachten wir nicht nur als Filmbühne. Wir möchten unseren Gästen interaktive Spielstätte, Ort lebendigen Austauschs und manchmal auch Spielplatz sein. Wir sehen unsere Profession in der Tradition unserer Vorfahren und Ahnen, des fahrenden Volks, der Gaukler, Zirkusleute und Schaubudenbetreiber. In unserem Fundus bewahren wir historische Filmkopien und eine beständig wachsende Zahl zeitgenössischer Filmverleihtitel auf. Darüber hinaus sammeln wir historische Kinotechnik und Zeugnisse ostmitteleuropäischer Alltagskultur. Wir setzen anders als klassische Archive auf die Verwendung und den aktiven Gebrauch unserer Sammlung als Produktionsmittel, Requisiten oder Gebrauchsmaterial bei Vorführungen und Workshops, beim Zeichnen mit Kindern auf Film, beim Bau von Musikinstrumenten, kinooptischen Apparaten und bei Ausstellungen im Foyer, unserem Guckkasten. (Gabriel Hageni)

Originally, our cinema, the Kino Krokodil, built in a residential building in 1912, was called Lichtspieltheater NORD. When we took it over 21 years ago, we might have simply named it OST—if not for a crocodile that intervened. Its preserved remains, transformed into deep blue by Brazilian artist Alex Flemming, have since been displayed on the foyer ceiling. Our community-run cinema is supported and inspired by a broad circle of friends. We primarily screen films from Central and Eastern Europe. The question of where \"the East\" begins receives different answers—not only from our guests born east of the Elbe but also from the films we show. Beyond the current war, often-overlooked landscapes and diverse ways of life serve as a starting point for our program, inviting us to explore the unfamiliar and the familiar, ourselves, and the world.
We see cinema not just as a film stage but as an interactive venue, a space for lively exchange, and sometimes even a playground. We align ourselves with the tradition of our ancestors—traveling performers, jugglers, circus folk, and fairground showmen. Our collection includes historical film prints as well as a growing archive of contemporary film distribution titles. Additionally, we preserve historic cinema technology and artifacts of everyday life from Central and Eastern Europe. Unlike traditional archives, we emphasize active use: our collection serves as production material, props, and working tools for screenings, workshops, and creative activities. We encourage children to draw on film, build musical instruments and optical devices, and engage with exhibitions in our foyer—our very own peep show box. (Gabriel Hageni)

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Der Eingang zum Kino

Der Krokodil-Fundus

Paradschanow-Guckkasten im Foyer

Installation eines 35mm-Filmloops beim Gastspiel in der Kuppel der Freilichtbühne Weißensee

Einführung zum Filmscreening der Vlacil-Retro im Krokodil

Beim Workshop

Das Collegium Hungaricum Berlin (CHB) fördert seit 1924 den kulturellen und wissenschaftlichen Austausch zwischen Ungarn und Deutschland. In seinem imposanten Neubau am historischen Standort Dorotheenstraße 12 finden jährlich über 100 Events in den Bereichen Film, Literatur, bildende und darstellende Künste sowie Musik statt.
Im Kinosaal des CHB wird im Rahmen des CHB-Filmklubs regelmäßig aktuelle Filmkunst aus Ungarn gezeigt. Außerdem finden immer wieder kuratierte Filmvorführungen zu besonderen Themen oder zu Ehren bedeutender ungarischer Filmemacherinnen und Filmemacher statt. In den letzten Jahren war beispielsweise die Reihe mit Filmen aus dem Studio Béla Balázs (kurz BBS) ein besonderes Highlight. Das Filmstudio, ein kulturpolitisches Experiment der Volksrepublik Ungarn, schuf im sozialistischen Block beispiellose künstlerische Freiräume für Filmschaffende.

Since 1924, the Collegium Hungaricum Berlin (CHB) has been promoting cultural and scientific exchange between Hungary and Germany. Located in its impressive new building at the historic site of Dorotheenstraße 12, it hosts over 100 events annually across film, literature, visual and performing arts, and music.
In the CHB cinema hall, the CHB Film Club regularly screens contemporary Hungarian films. Additionally, curated film screenings on special themes or in honor of notable Hungarian filmmakers are held periodically. In recent years, a highlight was the series featuring films from Béla Balázs Studio (BBS). This film studio, a cultural-political experiment of the Hungarian People's Republic, created unprecedented artistic freedom for filmmakers within the socialist bloc.

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Collegium Hungaricum Berlin (CHB) (Foto: Tamás Bujnovszky)

Filmvorführung im Collegium Hungaricum Berlin (Foto: Virág Bottlik)

Gäste im Collegium Hungaricum Berlin (Foto: Barbara Antal)

Publikumsgespräch im Collegium Hungaricum Berlin (Foto: Barbara Antal)

Konzert im Collegium Hungaricum Berlin (Foto: Hajnal Szolga)

Ausstellung im Collegium Hungaricum Berlin (Foto: Barbara Antal)

Konzert im Collegium Hungaricum Berlin (Foto: Barbara Antal)

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